Connected Social Media Konferenz 2025 – Recap & Learnings

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Zuletzt aktualisiert am: Oktober 3, 2025

Für uns - Annalena und Ronya - hieß es am 04.09.2025: #connected-Time in Frankfurt! Wir reisten bereits am Abend vor der Konferenz ins Marriott Frankfurt an, denn weniger Stress = mehr Pizza im Park. 

Am nächsten Morgen um acht (gääähn, wieso immer so früh?) ging es dann los. Die Goodie-Bags waren der perfekte Start in einen tollen Tag voller Social Media Trends, Cases und… fehlendem Schokokuchen.

Ein Fun Fact am Anfang: Der legendäre Schokokuchen aus dem Jahr davor wurde schon in den Mails vorher hooooch gelobt, aber was glaubt ihr - durften wir dieses Jahr auch davon naschen? Fehlanzeige, ein klarer Bummer für alle Schokofans. Und Annalena mit ihrer Fruktoseintoleranz dachte sich schon morgens beim Aufbau des „Frühstücks“: „Geil, Obst und Smoothies, das kann interessant werden …”

Unser Recap der Social Media Konferenz Connected 2025 in Frankfurt

Akt 1: Zukunftsvorhersagen & Konfetti mit Felix Beilharz

Der #connected Konferenz Tag hat mit einem richtigen Wahrsager-Vibe angefangen: Felix Beilharz kam mit Kugel und lila Turban. In seinem Vortrag haben wir ein ausführliches Bild der Zukunft von Social Media bekommen. 

Inhaltlich hatte der Vortrag einiges zu bieten: KI wird (laut Felix) bald fast alle Aufgaben im Social Media übernehmen. Meta plant in zwei Jahren die komplette Automatisierung von Ads. Threads und Bluesky wachsen rasant und TikTok Shop läuft nur so richtig rund, wenn Creator mit an Bord sind. Besonders beeindruckend: Es kommen 3,5 Milliarden Shares von Reels pro Tag zustande und die Videoplattform YouTube legt sogar noch eine Schippe drauf.

Zum Abschluss des Vortrags gab es natürlich auch das obligatorische Konfetti-Selfie. Ein Running Gag, der das Publikum spaltete: Von Konfetti-Fans bis zum stillen Schmunzeln war alles dabei. 

Interlude 1.0

Was wir vorher nicht wussten: Auf der #connected gibt es einen Twist. Nicht alle Vorträge sind für jede Zielgruppe geeignet. Auf der Behörden-Bühne lag der Fokus des Tages auf Social Media für - wer hätte es gedacht - Behörden. Eine super Idee der Veranstalter:innen, vor allem angesichts der meist noch ausbaufähigen Social Media-Präsenz vieler Behörden (Sorry not sorry). 

Der Grundkonflikt des Tages: KI als (kleiner) Helfer mit Anne Grabs

Anne Grabs lebt Social Media Marketing und lieferte uns gleich zu Beginn des Vortrags wertvolle Tipps für Instagram: Welche Inhalte bringen neue Follower? Shares und Reposts, meist bei tagesaktuellen Trends oder lustigem Content helfen dabei enorm. Kurz: alles, was neugierig macht und die Audience in Deinen Feed lockt. 

Welche Inhalte halten die Community bei der Stange? Das sind vor allem kontroverse oder persönliche Posts, die dazu anregen, Likes und Kommentare zu hinterlassen. Und für die echten Fans, die kommentieren oder speichern, sollte es Content mit echtem Mehrwert geben, z.B. How-to-Content, Tipps oder Tutorials, die die treuen Follower wirklich schätzen.

Dann kam unser roter Faden des Abends wieder zur Sprache: KI. Bei Anne war der „kleine Helfer“ alles andere als klein. Sora, NanoBanana, Midjourney, Bulk-Content-Erstellung in Canva, DM-Automatisierungen: praktisch alles wurde auf KI gestützt

Talking Head, Reels, Storys, Carousels: alles automatisch vorbereitbar, alles effizient. Was uns bei all dem inspiriert hat? Der „Daily Digest“: Die neuesten Reel-Trends frisch von Chat GPT zusammengefasst, ohne dass man selbst zu viel Zeit mit Recherche verbringen muss und noch mehr Zeit auf Social Media verbringt (da sind wir ja alle eh schon oft genug unterwegs, nicht wahr?).

Das war das erste Mal, dass sich unser Bauchgefühl an dem Tag meldete.  So beeindruckend die Tools auch sind, wenn eine Expertin uns quasi sagt: „Denkt nicht mehr selbst, lasst es die KI machen“, da gruselte es uns leicht. Klar, KI kann super unterstützen, aber eigene Ideen und Kreativität dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Sonst verlernen wir es in ein paar Jahren noch komplett, selbst zu denken.

Akt 2: Erfolgreicher Content mit dem Chef? Keyvan Azh und Daniel Mundt klären auf

Schon beim Betreten des Raums wurde klar: Zwei Referenten, ein Vortrag, das könnte ein bisschen eng werden. Und ja, die Zeitprobleme waren definitiv da, aber dank ein paar cleverer Abkürzungen blieb trotzdem nichts auf der Strecke.  

Es ging um Employer Generated Content oder: warum Content von der Geschäftsführung selten viral geht. Zu sehr stecken da oft Ziele, Werte und „mehr Umsatz = mehr Kunden“ im Kopf. Keyvan und Daniel zeigten, wie Mitarbeitende selbst virale Inhalte produzieren können. Sie haben eine Serie mit Mikrokosmos aufgebaut, in der Nischen und Trendthemen clever bespielt werden.

Die goldene Frage ihres Vortrags: Würdest du dein eigenes Video liken? Wenn nein, geht es vermutlich auch nicht viral. Die Faustregel für TikTok und Instagram Reels: kurz, prägnant, manchmal funny, immer authentisch. Besonders spannend: Employer Generated Content bringt intern Wissen, Team-Building, Motivation und Spaß. Das Sahnehäubchen? Extern steigt die Reichweite, das Employer Branding wird gestärkt und zieht neue Bewerbende an. Kurz gesagt: Win-Win-Win. 

Akt 3: Social Media für alle - Alexandra Freys Leidenschaft für Barrierefreiheit  

Alexandra Frey hat uns ein Thema nähergebracht, das für uns besonders spannend war: digitale Barrierefreiheit. Ihre Message: Wenn Social Media wirklich nachhaltig erfolgreich sein soll, muss es für alle zugänglich sein.

Das heißt konkret: kontrastreiche Farben, klare Fonts, kurze und einfache Texte, ausführliche Alternativtexte für Bilder und Untertitel bei Videos, die leider oft problematisch sind. Selbst wenn sie vorhanden sind, werden sie auf TikTok gern an der falschen Stelle eingefügt, unter Buttons oder in der Caption, sodass man sie kaum lesen kann. 

Ein kleiner Punch-in-the-Gut für uns: Untertitel müssen immer barrierefrei bleiben. D. h., IMMER an der gleichen Stelle angezeigt werden, IMMER gut lesbar sein und IMMER ohne übertriebene Stilmittel. Kreative Gestaltung oder Highlight-Effekte sind nur dann gut, wenn sie zusätzlich zum Standarduntertitel angezeigt werden, nicht als Ersatz.

Besonders interessant: Barrierefreiheit ist nicht nur „nice-to-have“, sondern verbessert automatisch die Reichweite. Inhalte, die klar strukturiert, verständlich und gut auffindbar sind, werden von Algorithmen und Nutzer:innen gleichermaßen belohnt.

Der Höhepunkt des Tages: Brandertainment mit Viktoria Renner 

Viktoria Renner startete direkt mit Brandertainment, einem Begriff, den sie selbst entwickelt hat und der langsam in der Branche immer bekannter wird. Ihr Vortrag war ein echtes Gen Z-Erlebnis im Arbeitsleben. Schon beim Start: jeder zweite Satz auf Englisch, Terms wie „Social Graph vs Content Graph“, „Bingetopia“, „Relevance Loop“ - für uns persönlich super funny, für andere im Raum vermutlich ein wenig anstrengend. Fun Fact: Auf TikTok ist sie regelmäßig als Duolingo-Eule unterwegs.

Die ersten Minuten ihrer Präsentation waren noch "normal". Dann spielte plötzlich der Bildschirm verrückt und aus ihrer PowerPoint Präsentation wurde ein Cyberpunk-Spektakel. Aber alle blieben cool, sogar Viktoria selbst. Wie, ist uns ein Rätsel (wir wären bereits vor Nervosität umgekippt). Inhaltlich ging es um vier Lektionen:

  1. Verstehe Dein Umfeld: klassische Funnels sind tot. TikTok & Co priorisieren Content, nicht Creator. Reichweite ist demokratisiert. Community-Management beginnt mit einer Bubble und dem eigenen Nutzerverhalten.
  2. Entdecke Deine Stimme: Marken kommunizieren seriell, Social Series übernehmen den Feed. Wiederkehrende Muster und Charaktereigenschaften der Marke werden bewusst aufgebaut.
  3. Bleibe in Erinnerung: Markenwerte werden zu Character Traits. Freundebuch-Vibes statt steifes Brandbook. USPs werden zur Storyline, nur relevante Fandoms und Bubbles werden gezielt angesprochen.
  4. Baue Deine Community: immer selektiv interagieren, Community ist Teil der Storyline, nicht nur Service. Zielgruppen in klassischen Personas existieren nicht mehr; es geht um Stilgruppen, Interessen und Bubble Leadership.

Das große Learning: Marken müssen wie Entertainer agieren, nicht wie Verkäufer. Alles, was die Community sieht, prägt den Charakter der Marke. TikTok, Instagram Reels, Shorts - alles lebt von seriellen Formaten, klarer Charakterbildung und gezielter Community-Interaktion. Wer das umsetzt, verwandelt Follower in Fans. 

Viktoria hat gezeigt, dass Marketing nicht linear läuft, die Customer Journey zirkulär ist, und Brandertainment nur funktioniert, wenn die Marke wirklich als Charakter agiert. Für uns persönlich ein Highlight des Tages. Gen Z-Style, Cyberpunk-Vibes, Duolingo-Eule und trotzdem wahnsinnig viele wertvolle Insights.

Akt 4: Corporate Influencing done right mit Nemo Tronnier 

Spoiler: Unternehmen posten keine viralen Inhalte. KPIs, firmeninterne Ziele: Da eröffnet sich oft keine Chance auf echte Viralität. Stattdessen sollte man darauf setzen, Mitarbeitende als Markenbotschafter:innen auszubilden, vor allem auf LinkedIn. Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit, Persönlichkeit, alles entsteht, wenn echte Menschen zeigen, wie sie arbeiten.

2–4 Stunden pro Woche reichen, um intern Team-Building, Motivation und Wissenstransfer zu fördern und extern Reichweite, Employer Branding und neue Leads zu generieren. Executive Branding bedeutet: Rollen sichtbar machen, Mitarbeitende werden zu lebendigen Testimonials. Das ist authentisch und wirksam. Corporate Influencing ist kein Buzzword, sondern ein strategisches Must-Have für B2B. Menschen posten Content, Marken posten Richtlinien, simple Regel, große Wirkung.

Akt 5: Über (KI) Recht und Unrecht mit Vivian Trebst 

Anwältin Vivian Trebst gab uns in ihrem #connected Vortrag ein klares Update, was beim Einsatz von KI auf Social Media rechtlich zu beachten ist. Denn KI macht nicht alles automatisch legal. Das ist besonders wichtig für Agenturen und Creator, die keine Klagen am Hals haben wollen, also quasi für jeden, der Content für andere erstellt. Aber auch für Content Creator selbst: die deutsche Rechtslage ist und bleibt ein Labyrinth voller Tretminen.

Wichtigste Punkte des Vortrags: 

  • Urheberrecht: KI ist kein Urheber. Texte oder Bilder von KI sind kein Eigentum des Entwicklers, sondern derjenige, der die KI steuert. Aber Vorsicht bei Originaldaten! 
  • Personenbezogene Daten: Niemals sensible Daten in Tools wie ChatGPT hochladen und die DSGVO nicht vergessen. 
  • Kennzeichnungspflicht: Vollständig KI-generierte Inhalte müssen immer gekennzeichnet werden im Bild und Text. 
  • Schulungspflicht: Unternehmen müssen nachweisen, dass Mitarbeitende für KI-Einsatz geschult wurden. Die Haftung liegt beim Unternehmer. 
  • Musik & Inhalte: Nur lizenzierte Inhalte für kommerzielle Nutzung nutzen; Memes sind okay, solange Urheberrechte nicht verletzt werden. 

Das Fazit: KI ist superpraktisch, aber Recht geht vor. Wer sich nicht daran hält, riskiert Ärger. Und das unabhängig von der coolen Automatisierung.

Die Katastrophe mit Lösung? Ein humorvoller Abschluss, performt von Daniel Zoll 

Zum Abschluss brachte Daniel Zoll die Stimmung noch einmal auf den Punkt: Vieles bleibt, wie es ist, was bisher funktioniert hat, funktioniert weiterhin. Und das wurde präsentiert, als wären wir auf einmal bei einer Stand-up Comedy Show gelandet.  

Daniels Vortrag war eine Mischung aus Comedy, Praxis-Check und leicht sarkastischen Tipps. Genau die richtige Abrundung nach einem Tag voller Insights und KI-Wahnsinn. Das Publikum war zwiegespalten: Einige lachten laut mit, andere eher still, nicht alle waren offen für Comedy.  

Daniel sprach vieles von dem aus, was wir uns auch bei KI denken. Dass wir dümmer und fauler werden, wenn wir uns zu sehr auf Tools verlassen. Für uns ein perfect punchline Moment, der den ganzen Tag noch einmal zusammenfasste und ein Grinsen in unsere Gesichter zauberte.

Unsere 6 Main Takeaways der #connected.: 

  1. AI ist überall, sollte aber mit Augenmaß eingesetzt werden. 
  2. Reels & Kurzvideos bleiben das Social Media Format Nummer 1. 
  3. Employer Generated Content gewinnt massiv auf den Plattformen.
  4. Barrierefreiheit ist Pflicht. 
  5. Corporate Influencing ist im B2B - besonders auf LinkedIn - unverzichtbar. 
  6. Die rechtlichen Rahmenbedingungen rund um KI werden strenger. Hier ist also Vorsicht angesagt!

Alles in allem können wir sagen: Es war ein Tag voller Inspiration, praxisnaher Learnings und genug Humor, um ihn nicht zu vergessen. Social Media Marketing bleibt spannend

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Infos zum Artikel

Ratgeber
Autor*in: Kim Nadine Adamek
Letzte Aktualisierung: Oktober 3, 2025

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